Florian Mehnert
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Soziale Systeme / Soziales Experiment / 2015

11 Days

Digitale Überwachung, ferngesteuerte Waffen und Distanz wurden in einer interaktiven immersiven Installation mit einer internetgesteuerten Waffe und einer Laborratte zu einer öffentlichen Versuchsanordnung.

11 Days installation with remote controlled weapon and laboratory rat 11 Days weapon control detail

Das Kunstexperiment „11 DAYS“ untersuchte die Folgen von Überwachung und den Einsatz ferngesteuerter bewaffneter Drohnen. Die Rezipienten wurden in die Position eines Drohnenpiloten versetzt, der eine Laborratte über das Internet mit einer funktionsfähigen Waffe bedrohen konnte. Am Ende des elftägigen Countdowns, am 25. März 2015 um 19:00 Uhr (MEZ), sollte die steuerbare Waffe scharf geschaltet werden. Die Ratte hätte dann von jedem Smartphone oder Computer aus über das Internet getötet werden können. Jede Person hätte anonym zum Täter werden können. Tatsächlich war jedoch nie geplant, die Ratte zu töten.

Die Installation ermöglichte es, die Waffe über die Website 11TAGE.florianmehnert.de zu steuern und stellte einen Livestream im Internet bereit. Die Installation ist voll funktionsfähig und erlaubt es, die Waffe zu bewegen und auszulösen. Die steuerbare Waffe ist mit einer Webcam am Lauf ausgestattet. Die Installation versetzt die Betrachtenden in die Position von Überwachenden und Drohnenpiloten. Die Kameraposition am Waffenlauf erzeugt die typische First-Person-Shooter-Perspektive und erinnert an eine Spielsituation.

Elf Tage lang sollte die Laborratte rund um die Uhr im Livestream beobachtet werden und unter der Bedrohung einer Waffe warten, die von jeder Person über das Internet gesteuert werden konnte. Was war der Hintergrund dieses Kunstexperiments, das zugleich ein soziales Experiment war?

Publikation: The Art Experiment 11 Days | Workbiography

11 Days website with login
Website mit Login
Steuerbare Waffe mit Webcam
Steuerbare Waffe mit Webcam
Ablauf

Der Countdown zum Projekt wurde am Abend des 13. März 2015 offiziell gestartet. In weniger als zwölf Stunden entwickelte sich im Internet über Facebook, Twitter sowie in zahlreichen Foren und Kommentarspalten von Online-Zeitungen ein Shitstorm. Florian Mehnert erhielt Hunderte E-Mails mit Beschimpfungen und Todesdrohungen. Die Website des Projekts brach mehrfach unter der Last der Zugriffe zusammen. Weltweit löste das Projekt kontroverse Diskussionen aus.

Bis Sonntagabend hatten zahlreiche Medien weltweit über das Projekt berichtet. „11 DAYS“ erzeugte in kürzester Zeit eine Aufmerksamkeit, die kaum vorhersehbar war. In sozialen Netzwerken und Medien wurde kontrovers über das Projekt diskutiert.

Am Dienstag, den 17. März, befürchtete Florian Mehnert eine Eskalation und beendete das Kunstexperiment nach sechs Tagen am Abend des 17. März.

Aufzeichnung des Livestreams