Waldprotokolle ist eine 22-kanalige Soundinstallation über Überwachung und Privatheit, entstanden aus Mikrofonen, die als Reaktion auf den NSA-Skandal an Waldwegen und Lichtungen installiert wurden.
Als Reaktion auf den NSA-Skandal verwanzte Florian Mehnert 2013 für mehrere Tage Wege und Lichtungen im Wald. Die dort installierten Mikrofone hörten Passanten ab. Geräusche und Gespräche wurden aufgezeichnet und zu digitalen Spuren verarbeitet. Nach Auswertung der Daten veröffentlichte der Künstler Auszüge der Protokolle auf seiner Website.
Website der veröffentlichten Protokolle, 2013
Radio SRF 2 Kultur, Schweiz, 10.01.2014: Florian Mehnert, Kunstaktion gegen den Abhörskandal
Die unsichtbare Bedrohung: Florian Mehnert verwanzt die Natur, den Wald, den letzten Rückzugsort, an dem sich der Mensch unbeobachtet und ungehört fühlt. Es gibt keinen unüberwachten Ort mehr.
Mit seinem Kunstprojekt „Waldprotokolle“ verweist Florian Mehnert auf Gefahr und Absurdität massenhafter Überwachung. Durch die Veröffentlichung der Aufzeichnungen macht er unsichtbare Überwachung sichtbar und fordert zur Reflexion über Kontrolle auf. Die Waldprotokolle zeigen die verborgenen Operationen der Überwachung.
Auf die Veröffentlichung der Waldprotokolle folgte große mediale Resonanz. Gegen Florian Mehnert wurde wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes nach § 201 StGB Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelte und stellte die Kunstfreiheit in Rechnung.
Süddeutsche Zeitung, 13. November 2013, Reaktion auf NSA-Skandal, Künstler verwanzt Wald
DIE WELT, Auch im Wald da sind die Wanzen, 15. November 2013
Süddeutsche Zeitung, Wald verwanzt, 6. Dezember 2013
Badische Zeitung, Künstler verwanzt den Schwarzwald und wird angezeigt, 20. Dezember 2013